Inflation bekämpfen mit fließendem Geld: Warum Zinsanhebungen alte Denkmuster sind

(Der folgende Beitrag basiert auf der Kolumne „Gastwirtschaft“ von Beate Bockting in der FR.)

Wir müssen alte Denkmuster aufgeben. Zur Inflationsbekämpfung eignen sich Zinsanhebungen nicht. 

Bei 5,2 Prozent Inflation erhoffen sich viele vom neuen Bundesbankpräsidenten Joachim Nagel, er möge sich im EZB-Rat für eine Beendigung der lockeren Geldpolitik einsetzen. Denn dadurch wurde doch die Aufblähung der Geldmenge herbeigeführt? Steht der gesamtwirtschaftlichen Gütermenge eine zu große Geldmenge gegenüber, droht Inflation, so haben wir es gelernt! Und Inflation bekämpft man mit höheren Zinsen, auch das haben wir gelernt. Die wirkliche, langfristige Sicherheit erreichen wir jedoch nur, wenn wir die Inflation bekämpfen mit fließendem Geld.

Die Zins-Illusion: Ein Mythos, der unsere Sicherheit untergräbt

Die Europäische Zentralbank hat aber bisher nur angekündigt, die Nettokäufe des Corona-Anleihekaufprogramms im März zu beenden. Zinserhöhungen hat sie nicht angekündigt. Neidisch schielen viele Richtung USA, wo die Notenbanker für 2022 mit drei Zinsanhebungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte rechnen. Während die Banken im Euroraum immer mehr unter Druck stehen, negative Zinsen an Privateinleger, Unternehmen oder Kommunen weiterzugeben, hat die Federal Reserve in den letzten Jahren durch sogenannte Reverse-Repo-Geschäfte ein Absinken des Geldmarktsatzes unter null verhindert.

Doch wir müssen endlich umlernen: Denn höhere Zinsen haben die USA nicht vor Inflation geschützt. Im Gegenteil, die Inflation liegt dort mit 6,8 Prozent höher als bei uns.

Die verborgene Ungerechtigkeit: Wer wirklich unter der Inflation leidet

Die Negativzinsen im Euroraum treffen meist nur Einleger, die mehr als 25 000 oder 50 000 Euro täglich fällig halten, während die Inflation überall auf der Welt vor allem diejenigen trifft, die die sinkende Kaufkraft nicht durch höhere Löhne ausgleichen können. Oder die sie nicht aus Ersparnissen kompensieren können, weil sie gar keine haben.

Fließendes Geld und vernünftige Geldpolitik

Die Negativzinsen im Euroraum treffen meist nur Einleger, die mehr als 25 000 oder 50 000 Euro täglich fällig halten, während die Inflation überall auf der Welt vor allem diejenigen trifft, die die sinkende Kaufkraft nicht durch höhere Löhne ausgleichen können. Oder die sie nicht aus Ersparnissen kompensieren können, weil sie gar keine haben.

Die logische Schlussfolgerung: Fließendes Geld als Antwort

Es war der jahrzehntelang positive Zins, der die Ersparnisse (und damit auch die Geldmengen) exponentiell hat anschwellen lassen. Seitdem der Zins gesenkt werden musste, weil niemand mehr das zusätzliche Geld für dieses zinsbedingte Wachstum der Ersparnisse aufbringen konnte, sind die Zentralbanken zum Gelddrucken durch Anleihekäufe übergegangen.

Dieser Zwang zum Gelddrucken ist genauso eine Folge des nicht fließenden Geldes wie überhöhte Zinsen. Beides führt zu Inflation. Zur Inflationsbekämpfung eignen sich Zinsanhebungen nicht. Bessern wird sich die Gesamtlage erst, wenn wir endlich fließendes Geld einführen, also ein Geld, das nicht aufgrund eines positiven, sondern aufgrund eines negativen Zinses zirkuliert.

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Nehmen Sie Ihr Verständnis für die wahren Zusammenhänge in die Hand und fordern Sie eine gerechte und funktionierende Geldordnung. Es ist Zeit, nicht nur über die Symptome zu sprechen, sondern die logische Lösung zu implementieren.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Inflationsbekämpfung und fließendem Geld

Die traditionellen Zinsanhebungen sind ein altes Denkmuster, das die Ursache nicht behebt. Es wurde gelehrt, dass hohe Zinsen die Geldmenge verknappen. In Wahrheit führt der positive Zins selbst jedoch zu exponentiellem Wachstum und dem Zwang zum Gelddrucken, was die Inflation langfristig fördert. Inflation bekämpfen mit fließendem Geld hingegen adressiert die Wurzel des Problems: Es handelt sich um ein Geld, das durch einen geringen Negativzins in ständiger Zirkulation gehalten wird. Dieser Mechanismus verhindert das schädliche Horten großer Summen und beseitigt den Zwang zum exzessiven Gelddrucken der Zentralbanken – für eine logischere und effektivere Stabilisierung.

Das Beispiel der USA, wo die Notenbank Zinserhöhungen vornahm, während die Inflation mit 6,8 Prozent über der in Deutschland lag, liefert den klaren Beweis, dass Zinsanhebungen in der modernen Wirtschaft keine wirksame Lösung sind. Das positive Zinssystem führt zu gestautem Geld, was zur Inflation drängt, unabhängig von kurzfristigen Zinskorrekturen. Wer nach echter Sicherheit sucht, muss erkennen: Kosmetische Korrekturen am Zinssatz sind nutzlos, wenn das Grundprinzip des Geldes selbst die Instabilität fördert.

 

 

Die herkömmliche Inflation ist zutiefst ungerecht. Sie trifft vor allem jene Menschen, die nicht über große Ersparnisse verfügen oder deren Löhne nicht schnell genug steigen, um die sinkende Kaufkraft auszugleichen. Während große Kapitalhalter lediglich Negativzinsen auf Teile ihrer Einlagen zahlen, verlieren Menschen mit geringem Einkommen täglich an Kaufkraft bei lebensnotwendigen Gütern. Die Einführung von fließendem Geld ist daher nicht nur eine wirtschaftliche, sondern eine zutiefst ethische Forderung, um Wohlstand für alle zu ermöglichen.

 

 

Die logische Folge der Einführung von fließendem Geld ist die Entkopplung von Wachstum und Zwang zum Gelddrucken. Der leichte, negative Zins auf das Geld (Umlaufgebühr) fördert die Zirkulation und damit die Investition in die Realwirtschaft – anstatt in spekulative Blasen. Dies stabilisiert die Kaufkraft nachhaltig und bietet somit die langfristige Sicherheit und Planbarkeit, die Unternehmen und Familien dringend benötigen, um sich aus alten Denkmustern zu befreien.

 

 

Um die tief verwurzelten Probleme wie Inflation und soziale Ungleichheit effektiv und dauerhaft zu lösen, müssen wir den Mut aufbringen, die Gängelbande alter Denkmuster zu durchschneiden. Der positive Zins hat sich über Jahrzehnte als Ursache für exponentielles Wachstum der Geldmengen und dadurch bedingte Krisen erwiesen. Indem wir das fließende Geld als logische Alternative annehmen, schaffen wir eine gerechte Grundlage, die nicht auf Zwang und Spekulation, sondern auf dem natürlichen Fluss der Wirtschaft basiert. Es geht darum, Kompetenz im Verständnis der Wirtschaft zu beweisen und jetzt für eine stabile Zukunft zu handeln.

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