Wenn die Stadien beben und Millionen Menschen gebannt auf den Rasen starren, ist der Fußball das, was er sein soll:
ein dynamisches Spielobjekt, das ununterbrochen in Bewegung bleiben muss, damit das Match überhaupt funktioniert.
Genau hier schlägt der Wirtschaftsreformer Silvio Gesell die Brücke mit seinem zeitlosen Satz:
„Geld ist der Fußball der Wirtschaft.“
Schaut man sich jedoch unser heutiges Geldsystem an, stellt man fest:
Unser Geld verhält sich im wirtschaftlichen Zusammenspiel völlig anders als der Ball bei einer Weltmeisterschaft.
Würde ein Team bei der WM so mit dem Ball agieren, wie Akteure am Finanzmarkt mit unserem Geld,
flöge es sofort wegen grober Regelwidrigkeit vom Platz.
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ToggleDas Gesetz des Spiels: Der Ball muss rollen
Im Fußball ist die Logik denkbar einfach:
Der Ball hat selbst keinen Wert, er erzielt keine Tore, wenn er stillliegt und er bringt keiner Mannschaft etwas, wenn man sich auf ihn draufsetzt.
Seine gesamte Funktion entfaltet er erst durch den Pass, den Umlauf, die Dynamik.
Er vermittelt das Spiel zwischen den Akteuren.
Silvio Gesell erkannte, dass Geld in einer gesunden Wirtschaft exakt dieselbe Rolle einnehmen müsste.
Geld ist das Tauschwerkzeug, das Waren und Dienstleistungen zwischen den Menschen vermittelt.
Es muss fließen (Umlauf), damit die Wirtschaft atmet, Menschen Arbeit haben und reale Werte geschaffen werden.
Warum unser aktuelles Geld die Spielregeln bricht
In der Realität unseres heutigen Finanzsystems ist Geld jedoch kein normaler Fußball.
Unser aktuelles Geld hat eine unfaire Eigenschaft, die es vom echten Leder unterscheidet:
Es altert nicht, verdirbt nicht und kostet nichts im Unterhalt (mit Ausnahme der Inflation).
Es kann bedenkenlos gehortet werden!
Das führt zu einem Verhalten, das auf dem grünen Rasen unvorstellbar wäre:
Das „Hamstern“ auf der Torlinie:
Große Vermögensbesitzer können den Ball (das Geld) einfach vom Spielfeld nehmen, sich daraufsetzen und das Spiel (den Kreislauf) blockieren, wenn ihnen die Bedingungen (der Zins) auf dem Platz gerade nicht passen.
Während die echten Waren in den Lagern der Unternehmen verstauben, verrotten oder veralten, bleibt das Geld frisch.
Das Erpressungspotenzial:
Weil man Geld im Gegensatz zu realen Gütern ohne Schaden zurückhalten kann, erpressen Finanzmarktakteure eine Prämie (den Zins), nur damit sie bereit sind, den Ball (das Geld) überhaupt wieder ins Spiel zu bringen.

Auf dem echten Rasen wäre das glatt die Rote Karte!
Stellen wir uns dieses Verhalten einmal konkret bei einem WM-Spiel vor:
Ein Team geht in der 10. Minute mit 1:0 in Führung.
Plötzlich schnappt sich der Kapitän den Ball, klemmt ihn sich unter den Arm, setzt sich an die Mittellinie und weigert sich, weiterzuspielen.
Dem Schiedsrichter und der gegnerischen Mannschaft teilt er mit:
„Ich spiele den Ball erst wieder ab, wenn ihr mir dafür fünf Euro bezahlt. Ansonsten bleibe ich hier sitzen. Der Ball wird ja nicht schlecht.“
Jeder Fußballfan im Stadion würde sofort Sturm laufen.
Der Schiedsrichter würde die Rote Karte zücken, das Spiel abbrechen und die Mannschaft wegen unsportlichen Verhaltens disqualifizieren.
Doch in unserer Wirtschaft ist dieses „Ball-Unter-Den-Arm-Klemmen“ – die Spekulation und das Zurückhalten von Liquidität – völlig legal und treibt die Mieten, Preise und Schuldenberge weltweit in die Höhe.

Appell an die Fans: Warum die WM uns die Augen öffnen sollte
Gerade jetzt, wo die Weltmeisterschaft die Menschen weltweit fasziniert, sollten wir uns von der Faszination des runden Leders inspirieren lassen, um über das große Ganze nachzudenken.
Liebe Fußballfans:
Ihr liebt das Spiel wegen seiner Fairness.
Ihr liebt es, weil elf Spieler als Team funktionieren müssen, weil der Ball laufen muss, um die Abwehrreihen zu knacken und weil niemand das Recht hat, den Ball im Spiel zu privatisieren und zu blockieren.
Warum akzeptieren wir dann im echten Leben ein Wirtschaftssystem, in dem genau das tagtäglich passiert?
Warum lassen wir zu, dass der „Fußball der Wirtschaft“ von wenigen Akteuren gehamstert wird, während dem Rest der Mannschaft (der Realwirtschaft, den Arbeitnehmern, den Mietern, euch Fans!) die Luft ausgeht?
Nutzt die Begeisterung für die Dynamik auf dem Platz, um das System außerhalb der Stadiontore zu hinterfragen.
Das Fairconomy-Modell der INWO (Fairconomy – was ist das?: INWO e. V.) fordert im Grunde nichts anderes als eine saubere, faire und transparente Reform der Spielregeln:
Wer den Ball blockiert und nicht passt, zahlt eine Gebühr (Demurrage), damit das Spiel für alle flüssig, gerecht und bezahlbar bleibt.
Es ist keine Enteignung, sondern der Garant für ein faires Spiel.
Ein Spiel, in dem der Ball immer rollt, ist schneller, fairer und spannender.
Genau so könnte auch unsere Wirtschaft funktionieren: stabilere Preise, mehr echte Chancen, weniger Stillstand, weniger Krisen.
Bringen wir den Ball der Wirtschaft endlich wieder ins Rollen!
In dem Video „Fairconomy – Eine Idee mit Zukunft“ wird die geldtheoretische Kernidee von Silvio Gesell beleuchtet und verständlich erklärt, warum die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes einen so massiven Einfluss auf krisenhafte Dynamiken
in unserer Realwirtschaft hat.




