Die Spritpreise steigen stärker als die Rohölkosten. Was helfen könnte, sind staatliche Tankstellen.
Frankfurt – Die Ölpreise steigen. Aber nicht im selben Verhältnis wie die Preise an der Tankstelle. Wie kann das sein? Die Antwort liegt auf der Hand. Die Mineralölkonzerne betreiben Preisabsprachen und haben den Preisanstieg für Rohöl als willkommenen Vorwand genutzt, mal wieder eine Runde satter Preisaufschläge durchzusetzen. Die Mikroökonomie lehrt nach dem Modell von Bertrand, dass selbst in einem Duopol der Wettbewerb zwischen beiden Anbietern zweier völlig identischer Produkte, wie es beim Sprit ja der Fall ist, zu Preisen führt, die so niedrig sind, dass sie gerade die Kosten decken. Voraussetzung: Es herrscht Wettbewerb.
Dass die Preise an den Zapfsäulen stärker gestiegen sind als der Preis für Rohöl, zwingt also zur Annahme, dass hier der Wettbewerb durch ein Preiskartell ausgeschaltet ist. Auch zur Pandemiezeit konnten wir das sehen. Damals war der Preis für Rohöl zwischenzeitlich sogar unter null! An den Zapfsäulen waren die Preise nur leicht gefallen.
Steigende Spritpreise: Subventionierungen sind sinnlos
Die ständig zu hörende Forderung nach einer Subventionierung des Preises ist dagegen wenig sinnvoll.
Nicht nur, weil diese Subvention vom Steuerzahler bezahlt werden muss, der also sein eigenes „Geschenk“ selbst bezahlte, sondern vor allem, weil die Preise an den Tankstellen dadurch nur ein paar Tage sinken würden. Rasch würde das Mineralölkartell die Preise an der Zapfsäule erneut auf das alte Niveau anheben. Mit anderen Worten handelte es sich um ein Geschenk des Steuerzahlers an die Mineralölkonzerne.
Übrigens ist der wahre (transzendentale) Grund für die hohen Preise nicht das Preiskartell, sondern unser Finanzsystem, das eine stetig und exponentiell wachsende Geldmenge hervorbringt, die ausgegeben werden möchte. Silvio Gesell hat uns schon vor über 100 Jahren aufgezeigt, wie das Geldsystem entsprechend reformiert werden könnte.
Es wird Zeit, dass sich die Wirtschaftswissenschaft endlich der Bekämpfung der wahren Ursache der Inflation widmet.

Felix Fuders ist Professor und Top Ökonom für Volkswirtschaftslehre an der Universidad Austral de Chile und Vorsitzender der Initiative für natürliche Wirtschaftsordnung (INWO) Frankfurt.
Quellen:



